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Bärlauchzeit

Der März ist Bärlauchzeit! Lange haben wir auf den ersten Bärlauch gewartet und sogar Keks hat beim Suchen geholfen :-).

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Wie schon im letzten Jahr sind wir dann Anfang März bei den Donauauen fündig geworden. Dort bilden die leckeren Frühjahrsblüher stellenweise einen dichten Teppich, bevor sie dann nach dem Austreiben der Laubbäume wieder ganz im Waldboden verschwinden.

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Sprießte der Bärlauch am Anfang nur vereinzelt aus dem Boden, war er eine Woche später kaum mehr zu übersehen…

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Der zum Teil renaturierte Auenwald ist über das ganze Jahr ein spannendes Ausflugsziel und auch der im 19. Jahrhundert ausgerottete Biber lässt sich dort wieder beobachten. Allerdings war der für meinen Foto zu schnell und so blieben mir nur seine typischen Bissspuren, an den von ihm gefällten Bäumen, zu fotografieren.

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Aber auch die Spechte waren fleißig und im ganzen Wald hörte man ihr geschäftiges „hämmern“.

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Der bereits von Plinius dem Älteren „Allium ursinum“ benannte Bärlauch ist eine uralte Heilpflanze, reich an Vitaminen und ätherischen Ölen, welche dabei helfen z.B. die Frühjahrsmüdigkeit zu bekämpfen, die uns dieses Jahr besonders hartnäckig heimgesucht hatte. Gesammelt wird er vor der Blüte, dabei gilt die Handstraußregel, in manchen Teilen Deutschlands ist er sogar geschützt. Aber Vorsicht! Beim unachtsamen Sammeln wird der Bärlauch immer wieder mit den sehr giftigen Herbstzeitlosen oder den Maiglöckchen verwechselt, obwohl diese sich beim genauen Hinschauen eigentlich deutlich unterscheiden.

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Bärlauch gilt wie der Huflattich als einer der Frühjahrsboten schlechthin und wurde auch schon früh nicht nur gesammelt sondern auch angebaut. So erzählt schon die Landgüterverordnung Karls des Großen vom Stellenwert des Bärlauchs als Gemüse- und Heilpflanze. Allgemein gilt er als Verdauungsfördernd und soll sogar gegen Bluthochdruck und Arteriosklerose helfen. Er ist vor allem reich an Senfölglykosiden, die auch für seinen würzig-scharfen Geschmack verantwortlich sind. Weitere ätherische Öle desinfizieren die Atemwege. Dieses merkt man auch bei der Verarbeitung. Entgegen der häufig in Kräuterbüchern etc. vertretenen Meinung, man könne Bärlauch nicht trocknen, geht dieses sehr gut und man erhält ein hoch aromatisches Gewürz, dass auch seine intensive grüne Farbe behält.

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Nachdem wir früh am Morgen Bärlauch gesammelt hatten, war Franz den ganzen Tag mit dem Trocknen des selbigen beschäftigt, d.h. Haus und Garten sind nun antiseptisch und alles duftete nach Bärlauch. Die Hunde kamen allerdings eine Zeitlang nur unwillig ins Haus … Sandor versuchte es gar mit einer „Schutzkleidung“, was aber auch nicht wirklich half :-)

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Für das Bärlauch Pesto war dann ich zuständig, obwohl ich das vom letzten Jahr noch in unguter Erinnerung hatte … denn Pesto Produktion kann eine mühsame Angelegenheit sein, wenn der Mixer streikt und die Blätter nicht richtig einzieht. Besonders ärgerlich ist es aber, wenn der eigene Freund nach einem Kundentermin nach hause kommt, während man selbst Stundenlang den Mixer verflucht hat und kurz davor war ihn zu eliminieren. Wie gesagt kommt dann ein gewisser Franz nach hause, hört sich die Misere an und verkündet äußerst unfeinfühlig: „warum hast du denn kein Öl dazu gefügt, dann funktioniert der Mixer einwandfrei“ … Die Geschichte werde ich mir nun jedes Jahr zur Bärlauchzeit anhören müssen :-). Immerhin sind wir jetzt für den nächsten Winter mit Bärlauch versorgt. In hübsche Gläschen eingefüllt, ist er auch ein leckerer Frühlingsgruß zum Verschenken.

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